Marrakesch – das klingt wie 1001 Nacht…
Und genau das
wollten wir erleben. In knapp 5 Stunden ist man mit dem Flieger in Marokko.
Unser Hotel lag etwas außerhalb der pulsierenden Stadt, aber zum Erholen, genau
richtig. Mit dem kostenlosen Hotel-Shuttlebus konnte man täglich nach
Marrakesch fahren. Natürlich haben auch wir, nach 2 erholsamen Pooltagen, die
Medina und den Souk besucht. Ein Labyrinth aus vielen kleinen Gassen, die immer
wieder abzweigen, da konnte man sich schon verlaufen. Zuerst haben wir die
Medina besucht, im Gerberviertel konnten wir sehen, wie die Felle von Kuh,
Schaf, Ziege, Pferd und Kamel gegerbt wurden. Eine schweißtreibende und
übelriechende Arbeit. Man bekommt sogar ein Minze-Sträußchen für die Nase,
allerdings empfanden wir den Geruch nicht extrem, das lag wohl auch den nicht
so heißen Temperaturen. Weiter ging es in der Medina zu der Lederverarbeitung
und zu den Webern. Hier werden die Wollfäden in verschiedenen Farben eingefärbt
und zu Kleidung, Decken, Tüchern usw. verarbeitet.
Desweiteren
konnten wir einem Mosaikhersteller bei der Arbeit zuschauen. Eine so
detailgetreue Arbeit. Die Mosaike werden wie ein Puzzle zusammengesetzt. Jedes
kleine Teilchen wurde mit einem Hämmerchen so bearbeitet, das es nahtlos
aneinandersetzt werden kann, sodass eine glatte Fläche entsteht. Eine
Wahnsinnsarbeit, denn aus dem rohen Basaltstein wird erst das Muster
aufgezeichnet, dann ausgefeilt, glattgeschliffen, bemalt, gebrannt, wieder
geschliffen, bis die kleinen Mosaiksteinchen zusammengesetzt werden können.
Daraus entstehen dann wunderschöne, geometrisch gemusterte
Mosaiken, die zur Verzierung von Wänden, Decken, Brunnen, Böden, Becken und
Tischen verwendet werden.
Überall werden Waren angeboten, Brot, Keramik, Kunstgewerbe, Gewürze und vieles mehr.
Auch konnten wir mal einen Blick in ein Riad (Hotel in der Medina) werfen. Man
glaubt kaum, was sich hinter einer unscheinbaren Tür verbirgt, ein kleines
Paradies kommt zum Vorschein. In der Medina gehen rechts, links und wieder
rechts ständig neue Wege ab, ein Labyrinth von kleinen und teilweise sehr engen
Gassen. Als wäre das nicht schon genug, fahren auch noch Radfahrer, Mopedfahrer
und Eselgespanne in einem “Affenzahn“ an einem vorbei.
Irgendwann
gelangten wir dann durch die Medina in den Souk. Eine völlig andere Welt, viel
Gewusel, noch mehr Menschen und völlig vollgestopfte kleine Läden. Hier kann
man alles kaufen: Lederwaren, Klamotten, Messingwaren, Stoffe, Gewürze,
Schmuck, Arzneien, Lampen, Keramik, Tajine und vieles mehr.
Ein
Besuch im Dar El Bacha Museum war genauso sehenswert wie der Besuch in der
ehemaligen Universität, Medersa Ben Youssef. Auch hier überall wunderschöne
Mosaikwände und noch kunstvollere Decken und Säulen.
Ein
leckeres marokkanisches Essen, serviert in der landestypischen Tajine, in einem
der vielen Rooftop-Restaurants, durfte natürlich auch nicht fehlen. Man sitzt
auf dem Dach und kann über die Medina schauen und immer weht ein kühles
Lüftchen. Nach neun Stunden kamen wir zu dem Jemaa el-Fnaa Platz. Hier werden
gegen Abend Tische und Bänke aufgestellt und der riesige Platz verwandelt sich
in eine Landschaft von lauter kleinen Grillrestaurants. Außerdem gibt es viele
Obststände und „fliegende Händler“ die Sonnenbrillen, Gürtel usw. anbieten.
Ebenso kann man sich von den Hennafrauen ein Handtattoo aufmalen lassen.
Vorsicht ist bei den Affenhändlern und Schlangenbeschwörern geboten, die Geld
verlangen, wenn man ihre Tiere fotografiert. (Sollte man eh nicht machen) Auch
stehen hier Pferdekutschen, die man mieten kann und dann wird man durch
Marrakesch gefahren. Gegenüber vom Platz befindet sich die Koutoubia Moschee
mit seinem imposanten 77 m hohen Minaret.
Ein
Ausflug ins Atlasgebirge, besser gesagt ins Ourika Tal, haben wir auch
unternommen. Über Land ging es Richtung Gebirge. Vorbei an Töpfereinen,
Gärtnereien und kleinen Städten, wo man das Alltagsleben sehen konnte. Die
Schüler tragen hier auch alle Schuluniform, es gilt Schulpflicht. Ein Besuch in
André Hellers Garten ANIMA, den er 2016 eröffnet hat, war sehr sehenswert, denn
er hat hier neben zahlreichen botanischen Kunstwerken, auch Werke von Pablo
Picasso, Keith Haring und weiteren internationalen Künstlern ausgestellt.
Wunderschön gestaltet.
Im
Ourika Tal kann man auch mit den Dromedaren reiten oder am Fluss chillen. Der
Fluss im Ourika-Tal ist der Oued Ourika, ein ca. 100 km langer Flusslauf im
Hohen Atlas. Er ist für seine üppigen Ufer, Wasserfälle bei Setti Fatma und
zahlreiche Restaurants bekannt, die die Tische direkt im Wasser aufstellen, wo
Familien ihre freien Tage mit Freunden und Familie verbringen. Im Sommer bei
Hitze sehr erfrischend. Desweiteren konnten wir in eine Berberbehausung
anschauen. Die Häuser sind nur aus Lehm und Stroh gebaut.
Eine
Woche Marrakesch hat uns verzaubert und wir werden Marokko wieder besuchen, es
war wunderschön und wir können es nur empfehlen, einzutauchen in 1001 Nacht.
Choukran und Beslama.